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Innovation in der Landwirtschaft: Vier neue EIP-Projekte starten

- Erschienen am 29.12.2025

Zum Jahresende 2025 starten vier neue Projekte der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-AGRI) für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Die vielfältigen Themen zeigen das innovative Potential in Brandenburg. Die Projekte umfassen die Entwicklung einer Entscheidungshilfe für den wirtschaftlichen Bewässerungseinsatz, die Erprobung eines neuen Produktions- und Pflanzverfahrens für Baumarten auf niederschlagsarmen offenen Standorten, die Transparenz bei der Rückverfolgbarkeit von regional produzierten Fleischerzeugnissen sowie die Testung neuer Beweidungskonzepte zur Nutzung von Zwischenfrüchten.

Ziel von EIP-AGRI ist es, die Zusammenarbeit zwischen landwirtschaftlichen sowie gartenbaulichen Betrieben, der landwirtschaftlichen Beratung, der Forschung und Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette zu fördern. Auf diese Weise sollen gemeinsam innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen erarbeitet werden. Mit dem Ansatz „von der Praxis für die Praxis“ soll die Nachhaltigkeit und die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft in Brandenburg verbessert werden.

Das Landwirtschaftsministerium hat für die EU-Förderperiode 2023-2027 für EIP-AGRI 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Anfang 2025 starteten bereits vier EIP-Projekte und nun haben vier Projekte im Rahmen des zweiten Förderaufrufs das Auswahl- und Antragsverfahren erfolgreich abgeschlossen und können ihre Arbeit aufnehmen. Dafür hat das MLEUV mehr als 4,7 Millionen Euro bewilligt.

Die unterschiedlichen Themen zeigen, dass die Landwirtschaft bereit ist, sich den vielfältigen Herausforderungen – wie veränderten klimatischen Bedingungen, den sich ändernden Verbrauchererwartungen oder dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen – zu stellen und innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu finden.

Mit EIP steht den Akteurinnen und Akteuren in Brandenburg eine flexible Möglichkeit zur  Entwicklung praxisrelevanter und zukunftsorientierter Maßnahmen zur Verfügung.

Die neuen EIP-Projekte:

Unter Leitung des Forschungsinstituts für Bergbaufolgelandschaften e.V. soll in dem Projekt CEFIR (Entwicklung von Entscheidungshilfen für eine kosteneffiziente Bewässerung) eine Entscheidungshilfe entwickelt werden, mit der die Wirtschaftlichkeit einer Bewässerung schon vor dem Bewässerungseinsatz abgeschätzt werden kann. Auf diese Weise soll die pflanzenbauliche Notwendigkeit einer Bewässerung mit deren ökonomischer Sinnhaftigkeit in Einklang gebracht werden, um landwirtschaftliche Bewässerung kosteneffizienter und nachhaltiger zu gestalten.

In dem Projekt Einwurzeln (Entwicklung eines Produktions- und Pflanzverfahrens mit Rohrförmigen Wurzelhüllen) steht unter Federführung der Humboldt-Universität zu Berlin der erfolgreiche Anwuchs verschiedener Baumarten an bodentrockenen Standorten im Fokus. Durch die Verwendung von vollständig zersetzbaren, rohrförmigen Pflanzhüllen soll das Wurzelsystem geschützt werden, um bei Neupflanzungen die schnelle Entwicklung eines tiefgründigen Wurzelsystems zu fördern. So können die jungen Bäume auch in Trockenperioden ausreichend Wasser aufnehmen.

Um mehr Transparenz bei der Rückverfolgbarkeit von regional produzierten Fleischerzeugnissen zu gewährleisten, wird in dem Projekt MeatCheck (Direkte Rückverfolgbarkeit von regional produzierten Fleischerzeugnissen bis zum Herkunftsbetrieb für mehr Transparenz in der Fleischwirtschaft) ein Schnelltest entwickelt. Gemeinsam mit den anderen Projektpartner entwickelt die IFN Schönow GmbH ein gendiagnostisches Verfahren, mit dem eine Produktkontrolle entlang der Wertschöpfungskette für Erzeuger, Händler und Verbraucher möglich sein soll.

Neue Wege beschreitet auch das von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberwalde geführte Projekt Zwischenfruchtbeweidung (Zwischenfruchtbeweidung: Innovative Ansätze zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit und Rinderhaltung im trockenheitsgefährdeten Brandenburg). Durch die Integration einer Beweidung von Zwischenfrüchten durch Rinder in die Fruchtfolge soll die Bodenfruchtbarkeit gesteigert und die Futterversorgung verbessert werden.