Der Eichenprozessionsspinner (EPS)
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea L.) kommt an Eichen in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Alleen aber auch an Einzelbäumen und Baumgruppen im städtischen Grün vor. In den letzten Jahren hat sich der Schmetterling im Land Brandenburg stark ausgebreitet.
Vor allem wegen der von den giftigen Raupenhaaren verursachten gesundheitlichen Beeinträchtigung von Mensch und Tier besitzt der Eichenprozessionsspinner besonderes Augenmerk. Darüber hinaus hat er sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Schadinsekt der einheimischen Eichen entwickelt.
Häufig gestellte Fragen zum Eichenprozessionsspinner (EPS)
1. Der EPS
2. Bekämpfungsmittel und -methoden
3. Betroffenheit von Eichen und deren Lebensgemeinschaft
4. Bekämpfung in Siedlungsgebieten, an Straßen und privaten Grundstücken
5. Gefahren und Maßnahmen in der Tierhaltung
6. Gesundheitsschutz
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea L.) kommt an Eichen in lichten Wäldern, an Waldrändern, in Alleen aber auch an Einzelbäumen und Baumgruppen im städtischen Grün vor. In den letzten Jahren hat sich der Schmetterling im Land Brandenburg stark ausgebreitet.
Vor allem wegen der von den giftigen Raupenhaaren verursachten gesundheitlichen Beeinträchtigung von Mensch und Tier besitzt der Eichenprozessionsspinner besonderes Augenmerk. Darüber hinaus hat er sich in den vergangenen Jahren zu einem bedeutenden Schadinsekt der einheimischen Eichen entwickelt.
Häufig gestellte Fragen zum Eichenprozessionsspinner (EPS)
1. Der EPS
2. Bekämpfungsmittel und -methoden
3. Betroffenheit von Eichen und deren Lebensgemeinschaft
4. Bekämpfung in Siedlungsgebieten, an Straßen und privaten Grundstücken
5. Gefahren und Maßnahmen in der Tierhaltung
6. Gesundheitsschutz
1. Der Eichenprozessionsspinner
Wo kann ich mich über die aktuelle Verbreitung des Eichenprozessionsspinners informieren?
Seit 2008 kartiert der Landesbetrieb Forst Brandenburg im Wald die durch den Eichenprozessionsspinner (EPS) verursachten Fraßschäden beziehungsweise dessen auffällige Vorkommen im Geoportal Forst Brandenburg. Wird ein Befall durch diese Schädlinge festgestellt, kann man sich an das regional zuständige Forstamt wenden.
Meldungen über Vorkommen des EPS im öffentlichen Grün sammeln die zuständigen Behörden in den Kommunen (in der Regel das Ordnungsamt beziehungsweise Grünflächenamt) und das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF | Abteilung Planzenschutz). Für weitere Informationen siehe auch Punkt 4 dieser FAQ.
Zu Maßnahmen an öffentlichen Straßen oder Autobahnen, informiert der Landesbetrieb Straßenwesen auf seiner Internetseite.
Seit 2008 kartiert der Landesbetrieb Forst Brandenburg im Wald die durch den Eichenprozessionsspinner (EPS) verursachten Fraßschäden beziehungsweise dessen auffällige Vorkommen im Geoportal Forst Brandenburg. Wird ein Befall durch diese Schädlinge festgestellt, kann man sich an das regional zuständige Forstamt wenden.
Meldungen über Vorkommen des EPS im öffentlichen Grün sammeln die zuständigen Behörden in den Kommunen (in der Regel das Ordnungsamt beziehungsweise Grünflächenamt) und das Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF | Abteilung Planzenschutz). Für weitere Informationen siehe auch Punkt 4 dieser FAQ.
Zu Maßnahmen an öffentlichen Straßen oder Autobahnen, informiert der Landesbetrieb Straßenwesen auf seiner Internetseite.
Was sind die Gründe für die Ausbreitung und Massenvermehrung des EPS?
Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist ein wärmeliebender Schmetterling. Er lebt und entwickelt sich an Eichen, im Offenland, in Siedlungsbereichen und im Wald.
Nach der letzten Massenvermehrung 2010-2015 hat die seit 2018 häufig zu verzeichnende warme und trockene Frühjahrswitterung die Entwicklung der Larven (Raupen) begünstigt. Das betrifft besonders die sehr empfindlichen, zumeist Mitte April schlüpfenden Eiräupchen.
Natürliche Gegenspieler, wie Raupen- und Puppenparasiten sind dagegen nicht ausreichend vorhanden (siehe „Hat der EPS natürliche Feinde?“). Vor allem Parasitoide der Eier, winzige Erz- und Zwergwespen, sind bisher sehr selten.
Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist ein wärmeliebender Schmetterling. Er lebt und entwickelt sich an Eichen, im Offenland, in Siedlungsbereichen und im Wald.
Nach der letzten Massenvermehrung 2010-2015 hat die seit 2018 häufig zu verzeichnende warme und trockene Frühjahrswitterung die Entwicklung der Larven (Raupen) begünstigt. Das betrifft besonders die sehr empfindlichen, zumeist Mitte April schlüpfenden Eiräupchen.
Natürliche Gegenspieler, wie Raupen- und Puppenparasiten sind dagegen nicht ausreichend vorhanden (siehe „Hat der EPS natürliche Feinde?“). Vor allem Parasitoide der Eier, winzige Erz- und Zwergwespen, sind bisher sehr selten.
Hat der Eichenprozessionsspinner natürliche Feinde?
Ja. Die häufigsten Gegenspieler sind Raupen- und Puppenparasitoide (Raupenfliegen und Schlupfwespen) sowie räuberisch lebende Insekten (Waldameisen, Laufkäfer oder Raubwanzen). Fledermäuse und Vögel erbeuten vorwiegend die Schmetterlinge. Nur sehr wenige Arten verzehren die Raupen in deren frühen Stadien.
Der Kuckuck (in der Literatur häufig als wichtiger Feind genannt) kann auf Grund der geringen Population und seiner Brutbiologie (er füttert nicht selbst) gar nicht ausreichend wirksam werden.
Ja. Die häufigsten Gegenspieler sind Raupen- und Puppenparasitoide (Raupenfliegen und Schlupfwespen) sowie räuberisch lebende Insekten (Waldameisen, Laufkäfer oder Raubwanzen). Fledermäuse und Vögel erbeuten vorwiegend die Schmetterlinge. Nur sehr wenige Arten verzehren die Raupen in deren frühen Stadien.
Der Kuckuck (in der Literatur häufig als wichtiger Feind genannt) kann auf Grund der geringen Population und seiner Brutbiologie (er füttert nicht selbst) gar nicht ausreichend wirksam werden.
Wie kann man natürlich vorkommende Feinde fördern?
Natürliche vorkommende Feinde kann man langfristig fördern, indem:
- für Fledermäuse
- alte Bäume mit Höhlen erhalten werden,
- Fledermauskästen angebracht werden,
- bei der Gebäudesanierung Zugänge zu Nebengelassen, Keller und Dachboden erhalten bleiben;
- Rote Waldameisen durch eine strukturreiche Gestaltung von Waldrändern und Saumbereichen geduldet und gefördert werden;
- natürliche Brutmöglichkeiten für Singvögel, wie Hecken und Sträucher, angeboten werden und Altholzinseln geschützt werden;
- durch den Anbau vieler verschiedener möglichst heimischer Pflanzen im Garten die Vielfalt der natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners unter den Insekten gefördert wird. Dazu gehören insbesondere Parasitoide und räuberische Insekten.
Natürliche vorkommende Feinde kann man langfristig fördern, indem:
- für Fledermäuse
- alte Bäume mit Höhlen erhalten werden,
- Fledermauskästen angebracht werden,
- bei der Gebäudesanierung Zugänge zu Nebengelassen, Keller und Dachboden erhalten bleiben;
- Rote Waldameisen durch eine strukturreiche Gestaltung von Waldrändern und Saumbereichen geduldet und gefördert werden;
- natürliche Brutmöglichkeiten für Singvögel, wie Hecken und Sträucher, angeboten werden und Altholzinseln geschützt werden;
- durch den Anbau vieler verschiedener möglichst heimischer Pflanzen im Garten die Vielfalt der natürlichen Feinde des Eichenprozessionsspinners unter den Insekten gefördert wird. Dazu gehören insbesondere Parasitoide und räuberische Insekten.
Warum sollte der Eichenprozessionsspinner bekämpft werden?
Zum Schutz der menschlichen Gesundheit sind Bekämpfungsmaßnahmen vor allem in und in der Nähe von Siedlungsbereichen notwendig. Das betrifft auch beliebte Radwege oder andere touristische Zentren. Auch für Haus- und Weidetiere ist die Gefährdung hoch.
Bei Massenvermehrungen kommt es zu wiederholten intensiven Blattverlusten und in der Folge zu Vitalitätsbeeinträchtigung der Eichen, insbesondere wenn der Johannis- oder Regenerationstriebe der Eichen nachfolgend durch Mehltau oder andere Insekten geschädigt werden. Die Eichen können sich nicht mehr erholen und werden anfälliger für andere Schadfaktoren. Das Gefährdungspotenzial durch holz- und rindenbrütende Insekten und Pilzbefall steigt.
Ohne Pflanzenschutzmaßnahmen muss deshalb nach wiederholten Kahlfraßereignissen mit dem Absterben der Bäume, auch ganzer Eichenbestände gerechnet werden.
Klimawandelfolgen Hitze und Dürreperioden verschlechtern den Gesundheitszustand der Eichen zusätzlich.
Zum Schutz der menschlichen Gesundheit sind Bekämpfungsmaßnahmen vor allem in und in der Nähe von Siedlungsbereichen notwendig. Das betrifft auch beliebte Radwege oder andere touristische Zentren. Auch für Haus- und Weidetiere ist die Gefährdung hoch.
Bei Massenvermehrungen kommt es zu wiederholten intensiven Blattverlusten und in der Folge zu Vitalitätsbeeinträchtigung der Eichen, insbesondere wenn der Johannis- oder Regenerationstriebe der Eichen nachfolgend durch Mehltau oder andere Insekten geschädigt werden. Die Eichen können sich nicht mehr erholen und werden anfälliger für andere Schadfaktoren. Das Gefährdungspotenzial durch holz- und rindenbrütende Insekten und Pilzbefall steigt.
Ohne Pflanzenschutzmaßnahmen muss deshalb nach wiederholten Kahlfraßereignissen mit dem Absterben der Bäume, auch ganzer Eichenbestände gerechnet werden.
Klimawandelfolgen Hitze und Dürreperioden verschlechtern den Gesundheitszustand der Eichen zusätzlich.
2. Bekämpfungsmittel und -methoden
Warum muss man bei einer Maßnahme gegen den EPS unterscheiden in Anwendungen mit Bioziden oder Pflanzenschutzmitteln?
Biozide werden zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen eingesetzt. Ziel ist der Schutz der menschlichen Gesundheit. Maßnahmen zum Gesundheitsschutz unterliegen dem Biozid- beziehungsweise Chemikalienrecht.
Pflanzenschutzmittel dienen dem Schutz von Pflanzen und Bäumen vor Schädlingen und Krankheitserregern. Dient die Bekämpfung dem Schutz der Bäume, sind dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel einzusetzen und die Bestimmungen des Pflanzenschutzgesetzes einzuhalten.
Biozide werden zur Bekämpfung von Gesundheitsschädlingen eingesetzt. Ziel ist der Schutz der menschlichen Gesundheit. Maßnahmen zum Gesundheitsschutz unterliegen dem Biozid- beziehungsweise Chemikalienrecht.
Pflanzenschutzmittel dienen dem Schutz von Pflanzen und Bäumen vor Schädlingen und Krankheitserregern. Dient die Bekämpfung dem Schutz der Bäume, sind dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel einzusetzen und die Bestimmungen des Pflanzenschutzgesetzes einzuhalten.
Welche Insektizide werden gegen den EPS eingesetzt und sind diese giftig?
Angewendet werden dürfen nur Insektizide beziehungsweise Biozide, die zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beziehungsweise gegen freifressende Schmetterlingsraupen zugelassen worden sind. Diese Zulassungen erteilt in Deutschland
- für Biozide das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) und
- für Pflanzenschutzmittel das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Gegenwärtig angewendet werden vor allem biologische Bakterienpräparate mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis kurstaki. In den Zulassungsbestimmungen sind Schutzbestimmungen für Anwender, die Umwelt und für die Bevölkerung formuliert. Bei sachgemäßer Anwendung bestehen keine Risiken.
Angewendet werden dürfen nur Insektizide beziehungsweise Biozide, die zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners beziehungsweise gegen freifressende Schmetterlingsraupen zugelassen worden sind. Diese Zulassungen erteilt in Deutschland
- für Biozide das Bundesamt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) und
- für Pflanzenschutzmittel das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).
Gegenwärtig angewendet werden vor allem biologische Bakterienpräparate mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis kurstaki. In den Zulassungsbestimmungen sind Schutzbestimmungen für Anwender, die Umwelt und für die Bevölkerung formuliert. Bei sachgemäßer Anwendung bestehen keine Risiken.
Sind die eingesetzten Mittel für Bienen oder Haustiere gefährlich?
In der verwendeten Konzentration und unter Einhaltung der vorgegebenen Auflagen und Anwendungsverfahren sind die zugelassenen Mittel grundsätzlich für Bienen und Haustiere nicht gefährlich.
In der verwendeten Konzentration und unter Einhaltung der vorgegebenen Auflagen und Anwendungsverfahren sind die zugelassenen Mittel grundsätzlich für Bienen und Haustiere nicht gefährlich.
Können Pheromonfallen oder Lichtfallen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt werden?
Eine direkte Bekämpfung mit Pheromonfallen ist nicht möglich, da bisher kein Pheromon für die Art identifiziert ist. Die Fangquoten sind viel zu gering.
Einfache Lichtfallen sind problematisch, da sie unspezifisch wirken und viele Nichtzielorganismen (Bestäuber, Nützlinge, andere Schmetterlingsarten) mitfangen. Moderne Lichtfallen wirken gezielter, verlieren jedoch an Attraktivität bei zusätzlichen Lichtquellen in der Umgebung (Straßenlaternen). Sie sind mit hohen Anschaffungs- und Wartungskosten verbunden und sind eher eine Ergänzung für andere Bekämpfungsmaßnahmen.
Eine direkte Bekämpfung mit Pheromonfallen ist nicht möglich, da bisher kein Pheromon für die Art identifiziert ist. Die Fangquoten sind viel zu gering.
Einfache Lichtfallen sind problematisch, da sie unspezifisch wirken und viele Nichtzielorganismen (Bestäuber, Nützlinge, andere Schmetterlingsarten) mitfangen. Moderne Lichtfallen wirken gezielter, verlieren jedoch an Attraktivität bei zusätzlichen Lichtquellen in der Umgebung (Straßenlaternen). Sie sind mit hohen Anschaffungs- und Wartungskosten verbunden und sind eher eine Ergänzung für andere Bekämpfungsmaßnahmen.
Welche Methoden gibt es zur Ausbringung von Insektiziden und Bioziden?
Insektizide und Biozide können mit Luftfahrzeugen (Hubschrauber) und Bodengeräten ausgebracht werden.
Für den Einsatz von Drohnen zur EPS-Bekämpfung aus der Luft gibt es im Pflanzenschutzrecht bisher keine Zulassung. Die Biozidzulassung macht beim Sprühen aus der Luft keine weiteren Einschränkungen, somit ist auch eine Ausbringung mit Drohnen möglich.
Insektizide und Biozide können mit Luftfahrzeugen (Hubschrauber) und Bodengeräten ausgebracht werden.
Für den Einsatz von Drohnen zur EPS-Bekämpfung aus der Luft gibt es im Pflanzenschutzrecht bisher keine Zulassung. Die Biozidzulassung macht beim Sprühen aus der Luft keine weiteren Einschränkungen, somit ist auch eine Ausbringung mit Drohnen möglich.
Warum werden Insektizide und Biozide gegen den Eichenprozessionsspinner auch aus der Luft ausgebracht?
Die Raupen des EIchenprozessionsspinners halten sich zum Fressen bevorzugt in den Oberkronen der Bäume auf. Insektizide wie die biologischen Bakterienpräparate Foray ES und Foray 76B sind Fraßgifte und müssen mit den Blättern aufgenommen werden. Eine Ausbringung über größere Flächen oder Baumgruppen ist nur mit einem Helikopter effektiv und gezielt möglich.
Die Raupen des EIchenprozessionsspinners halten sich zum Fressen bevorzugt in den Oberkronen der Bäume auf. Insektizide wie die biologischen Bakterienpräparate Foray ES und Foray 76B sind Fraßgifte und müssen mit den Blättern aufgenommen werden. Eine Ausbringung über größere Flächen oder Baumgruppen ist nur mit einem Helikopter effektiv und gezielt möglich.
Kann die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vom Boden aus mit sogenannten Sprühkanonen erfolgen?
Ja, das ist möglich.
Überall dort, wo auf Grund geringer Größe und Lage der Fläche keine Ausbringung aus der Luft möglich ist, kann die Bekämpfung vom Boden aus erfolgen. Bei großen Bäumen ist die Methode weniger effektiv als ein Hubschraubereinsatz.
Ja, das ist möglich.
Überall dort, wo auf Grund geringer Größe und Lage der Fläche keine Ausbringung aus der Luft möglich ist, kann die Bekämpfung vom Boden aus erfolgen. Bei großen Bäumen ist die Methode weniger effektiv als ein Hubschraubereinsatz.
Kann man den Eichenprozessionsspinner auch mechanisch bekämpfen?
Eine mechanische Beseitigung durch Entfernen der Nester und Raupen ist möglich. Diese Maßnahme dient aber vor allem der Reduzierung des allergenen Materials (der Häutungsnester mit den Raupen beziehungsweise auch alter Nester). Sie ist als Bekämpfungsmethode nur bedingt geeignet. Dafür muss rechtzeitig vor dem Schlupf der neuen Faltergeneration abgesaugt werden. Da ein vollständiges Absaugen der Nester sehr aufwändig und kaum zu realisieren ist, werden die Populationen häufig nicht nachhaltig dezimiert.
Eine effektive Bekämpfung ist nur durch einen Insektizideinsatz gegen die Junglarven möglich. Dieser verhindert gleichzeitig die Ausbildung der Gifthaare, die ab dem 3. Larvenstadium immer mehr und länger werden.
Eine mechanische Beseitigung durch Entfernen der Nester und Raupen ist möglich. Diese Maßnahme dient aber vor allem der Reduzierung des allergenen Materials (der Häutungsnester mit den Raupen beziehungsweise auch alter Nester). Sie ist als Bekämpfungsmethode nur bedingt geeignet. Dafür muss rechtzeitig vor dem Schlupf der neuen Faltergeneration abgesaugt werden. Da ein vollständiges Absaugen der Nester sehr aufwändig und kaum zu realisieren ist, werden die Populationen häufig nicht nachhaltig dezimiert.
Eine effektive Bekämpfung ist nur durch einen Insektizideinsatz gegen die Junglarven möglich. Dieser verhindert gleichzeitig die Ausbildung der Gifthaare, die ab dem 3. Larvenstadium immer mehr und länger werden.
Welches Mittel wird im Land Brandenburg zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners empfohlen?
Das Land Brandenburg favorisiert, auf Grund der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit biologische Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis kurstaki.
Aktuell bestehen Zulassungen für das Biozid Foray ES beziehungsweise das Pflanzenschutzmittel Foray 76B.
Das Land Brandenburg favorisiert, auf Grund der Wirksamkeit sowie der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit biologische Mittel mit dem Wirkstoff Bacillus thuringiensis kurstaki.
Aktuell bestehen Zulassungen für das Biozid Foray ES beziehungsweise das Pflanzenschutzmittel Foray 76B.
Wie und wie lange wirkt Foray ES?
Das Mittel enthält Sporen und Protoxine des Bakteriums Bacillus thuringiensis kurstaki. Das ist ein Bodenbakterium, das auch bei uns allgemein verbreitet ist. Das Protoxin muss mit den Blättern beim Fraß aufgenommen werden und wandelt sich nur bei geeigneten Bedingungen im Darm der Schmetterlingsraupen (pH-Wert, Enzyme) in das giftige Toxin um. Das Toxin muss dann im Darm geeignete Rezeptoren vorfinden, um diesen schädigen zu können.
Die selektive Wirkung des Mittels ist an Bedingungen geknüpft, die nur bei Schmetterlingsraupen vorkommen und selbst bei vielen Eulenraupen nicht. Es kommt zur Diarrhoe und zum Austrocknen der Larven. Letztlich verursachen die sich vermehrenden Bakterien eine Vergiftung.
Man kann davon ausgehen, dass die Wirkung von Foray ES maximal 14 Tagen anhält. Das Mittel wird bei starkem Regen abgewaschen und ist sehr UV-empfindlich.
Das Mittel enthält Sporen und Protoxine des Bakteriums Bacillus thuringiensis kurstaki. Das ist ein Bodenbakterium, das auch bei uns allgemein verbreitet ist. Das Protoxin muss mit den Blättern beim Fraß aufgenommen werden und wandelt sich nur bei geeigneten Bedingungen im Darm der Schmetterlingsraupen (pH-Wert, Enzyme) in das giftige Toxin um. Das Toxin muss dann im Darm geeignete Rezeptoren vorfinden, um diesen schädigen zu können.
Die selektive Wirkung des Mittels ist an Bedingungen geknüpft, die nur bei Schmetterlingsraupen vorkommen und selbst bei vielen Eulenraupen nicht. Es kommt zur Diarrhoe und zum Austrocknen der Larven. Letztlich verursachen die sich vermehrenden Bakterien eine Vergiftung.
Man kann davon ausgehen, dass die Wirkung von Foray ES maximal 14 Tagen anhält. Das Mittel wird bei starkem Regen abgewaschen und ist sehr UV-empfindlich.
Gibt es einen Zusammenhang zu B.t.-Mais, also gentechnisch veränderten Organismen?
Nein. Beides sind differenzierte Pflanzenschutzstrategien.
Nein. Beides sind differenzierte Pflanzenschutzstrategien.
Was kann man tun, um die wandernden Raupen und Nester des Eichenprozessionsspinners zu beseitigen?
Für das Entfernen von Raupen und Nestern gibt es mehrere mechanische Verfahren. Dabei ist immer unbedingt der Arbeitsschutz für die Anwender zu sichern.
Das Absaugverfahren ist am besten geeignet. Hier bleiben nach der Behandlung keine oder nur sehr wenige Brennhaare zurück. Diese Methode sollte ausschließlich von Fachfirmen angewendet werden, die sich mit entsprechender Technik und Arbeitsschutzausrüstung spezialisiert haben.
Das Abspülen mit klarem Wasser. Das Verfahren eignet sich
- zum Reinigen von Flächen an und unter Bäumen,
- nach erfolgreicher Raupenbekämpfung zur Beseitigung der Allergene aus dem unmittelbaren Kontaktbereich und
- zur Dekontamination von Materialien, zum Beispiel Brennholz und Abdeckmaterial.
Das Abstoßen der Nester vom Baum oder das Abflammen führen dazu, dass die Brennhaare in großer Menge in der Luft verteilt werden. Die herabfallenden Gespinste kontaminieren den Boden und die gesamte Umgebung. Das Abflammen kann die Baumrinde schädigen und Umgebungsbrände verursachen. Durch die Thermik werden die Brennhaare verdriftet. Beide Methoden sind ungeeignet und gesundheitsgefährdend.
Für das Entfernen von Raupen und Nestern gibt es mehrere mechanische Verfahren. Dabei ist immer unbedingt der Arbeitsschutz für die Anwender zu sichern.
Das Absaugverfahren ist am besten geeignet. Hier bleiben nach der Behandlung keine oder nur sehr wenige Brennhaare zurück. Diese Methode sollte ausschließlich von Fachfirmen angewendet werden, die sich mit entsprechender Technik und Arbeitsschutzausrüstung spezialisiert haben.
Das Abspülen mit klarem Wasser. Das Verfahren eignet sich
- zum Reinigen von Flächen an und unter Bäumen,
- nach erfolgreicher Raupenbekämpfung zur Beseitigung der Allergene aus dem unmittelbaren Kontaktbereich und
- zur Dekontamination von Materialien, zum Beispiel Brennholz und Abdeckmaterial.
Das Abstoßen der Nester vom Baum oder das Abflammen führen dazu, dass die Brennhaare in großer Menge in der Luft verteilt werden. Die herabfallenden Gespinste kontaminieren den Boden und die gesamte Umgebung. Das Abflammen kann die Baumrinde schädigen und Umgebungsbrände verursachen. Durch die Thermik werden die Brennhaare verdriftet. Beide Methoden sind ungeeignet und gesundheitsgefährdend.
3. Betroffenheit von Eichen und deren Lebensgemeinschaft
Werden die Eichen durch den Einsatz von Insektiziden geschädigt?
Eichen werden durch die Anwendung der Insektizide nicht geschädigt.
Die Eichen profitieren aber deutlich vom Erhalt der Blattmasse. Das betrifft auch alle ebenfalls im Frühsommer und Sommer auf Eichenblätter als Nahrung angewiesenen Insekten. Das Nahrungsnetz bleibt im Gegenteil zur intensiven Betroffenheit bei Kahlfraß unbeeinflusst.
Eichen werden durch die Anwendung der Insektizide nicht geschädigt.
Die Eichen profitieren aber deutlich vom Erhalt der Blattmasse. Das betrifft auch alle ebenfalls im Frühsommer und Sommer auf Eichenblätter als Nahrung angewiesenen Insekten. Das Nahrungsnetz bleibt im Gegenteil zur intensiven Betroffenheit bei Kahlfraß unbeeinflusst.
Werden andere Lebewesen an den Eichen durch Bakterienpräparate geschädigt?
Vögel oder Säugetiere werden durch die zugelassenen Mittel nicht geschädigt.
Die Mittel werden kurz nach Austrieb der Eichen ausgebracht. Zu diesem Zeitpunkt sind erst wenige andere Schmetterlings-Arten auch schon als Raupe unterwegs. Die Wirksamkeit des Mittels hält maximal sieben Tage an. Natürliche Gegenspieler sind unempfindlich, da sie zu anderen Insektenordnungen gehören wie Käfer, Fliegen oder Hautflügler.
Vögel oder Säugetiere werden durch die zugelassenen Mittel nicht geschädigt.
Die Mittel werden kurz nach Austrieb der Eichen ausgebracht. Zu diesem Zeitpunkt sind erst wenige andere Schmetterlings-Arten auch schon als Raupe unterwegs. Die Wirksamkeit des Mittels hält maximal sieben Tage an. Natürliche Gegenspieler sind unempfindlich, da sie zu anderen Insektenordnungen gehören wie Käfer, Fliegen oder Hautflügler.
4. Bekämpfung in Siedlungsgebieten und an öffentlichen Straßen
Woher erfahre ich, wann und wo Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt werden?
Die Maßnahmen werden
- in der regionalen Presse,
- im Rundfunk,
- auf den Internetseiten der zuständigen Ordnungs- beziehungsweise Grünflächenämter oder
- durch Aushänge
öffentlich bekannt gemacht.
Die Maßnahmen werden
- in der regionalen Presse,
- im Rundfunk,
- auf den Internetseiten der zuständigen Ordnungs- beziehungsweise Grünflächenämter oder
- durch Aushänge
öffentlich bekannt gemacht.
Wer ist zuständig für die Bekämpfung?
Eichenprozessionsspinner unterliegen als wild lebende Tiere nicht der Verkehrssicherungspflicht der Grundstückseigentümer. Die Bekämpfung oder Beseitigung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge sind Aufgabe der zuständigen Behörden, in der Regel die örtlich zuständigen Kommunen und an Straßen der jeweilige Straßenbaulastträger.
Wer Raupen und Nester des Eichenprozessionsspinners findet, kann die zuständigen Behörden verständigen, die dann die Entscheidungen über notwendige Maßnahmen treffen.
Eichenprozessionsspinner unterliegen als wild lebende Tiere nicht der Verkehrssicherungspflicht der Grundstückseigentümer. Die Bekämpfung oder Beseitigung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge sind Aufgabe der zuständigen Behörden, in der Regel die örtlich zuständigen Kommunen und an Straßen der jeweilige Straßenbaulastträger.
Wer Raupen und Nester des Eichenprozessionsspinners findet, kann die zuständigen Behörden verständigen, die dann die Entscheidungen über notwendige Maßnahmen treffen.
Warum wurde die Grünanlage in meiner Stadt nicht behandelt?
Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung liegt bei den örtlich zuständigen Behörden.
Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung liegt bei den örtlich zuständigen Behörden.
An wen kann ich mich wenden, wenn ich Raupen und Nester des Eichenprozessionsspinners im öffentlichen Bereich melden möchte?
Bei Befall an Eichen in öffentlichen Grünflächen kann man die Behörden der jeweiligen Kommunen (dort meistens Ordnungsämter oder Grünflächenämter) verständigen.
Bei Befall an Eichen in öffentlichen Grünflächen kann man die Behörden der jeweiligen Kommunen (dort meistens Ordnungsämter oder Grünflächenämter) verständigen.
Kann ich befallene Bäume auf meinem Privatgrundstück behandeln lassen?
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sollte nur von einer Fachfirma durchgeführt werden. Eine Reihe von Schädlingsbekämpfungsfirmen bieten sowohl die chemisch-biologische Bekämpfung der Junglarven als auch mechanische Verfahren zur Entfernung von Raupen und Nestern an.
Auf dem Privatgrundstück kann der Eigentümer befallene Bäume behandeln lassen. Die Bekämpfung sollte aber nur von einer autorisierten Fachfirma durchgeführt werden. Firmen mit einem Leistungsangebot zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind zum Beispiel über den Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg e. V. (GaLaBau) in Erfahrung zu bringen.
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sollte nur von einer Fachfirma durchgeführt werden. Eine Reihe von Schädlingsbekämpfungsfirmen bieten sowohl die chemisch-biologische Bekämpfung der Junglarven als auch mechanische Verfahren zur Entfernung von Raupen und Nestern an.
Auf dem Privatgrundstück kann der Eigentümer befallene Bäume behandeln lassen. Die Bekämpfung sollte aber nur von einer autorisierten Fachfirma durchgeführt werden. Firmen mit einem Leistungsangebot zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind zum Beispiel über den Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Berlin und Brandenburg e. V. (GaLaBau) in Erfahrung zu bringen.
Muss ich, die Nester und Raupen des Eichenprozessionsspinners an der Eiche auf meinem Grundstück entfernen?
Eichenprozessionsspinner unterliegen als wildlebende Tiere nicht der Verkehrssicherungspflicht an Grundstücken. Daher ist der Eigentümer nicht zur Beseitigung verpflichtet. Sofern ein Befall festgestellt wurde, trifft die zuständige Behörde die Entscheidung über die notwendigen Maßnahmen.
Eichenprozessionsspinner unterliegen als wildlebende Tiere nicht der Verkehrssicherungspflicht an Grundstücken. Daher ist der Eigentümer nicht zur Beseitigung verpflichtet. Sofern ein Befall festgestellt wurde, trifft die zuständige Behörde die Entscheidung über die notwendigen Maßnahmen.
Was kostet die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an einem befallenen Baum?
Die Kosten sind abhängig von der Behandlungsmethode, den örtlichen Gegebenheiten, der Größe beziehungsweise Anzahl der Bäume. Die Höhe der anfallenden Kosten kann daher von Fall zu Fall stark variieren.
Zu den konkreten Kosten in der jeweiligen Situation können Vertreter der zuständigen Behörden befragt werden. Da die notwendigen Bekämpfungs- und Beseitigungsmaßnahmen in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Behörden fallen, sind die anfallenden Kosten von diesen auch zu tragen.
Ist auf private Initiative eine Beauftragung von Fachfirmen für Bekämpfungsmaßnahmen geplant, empfiehlt sich die Einholung von schriftlichen Angeboten.
Die Kosten sind abhängig von der Behandlungsmethode, den örtlichen Gegebenheiten, der Größe beziehungsweise Anzahl der Bäume. Die Höhe der anfallenden Kosten kann daher von Fall zu Fall stark variieren.
Zu den konkreten Kosten in der jeweiligen Situation können Vertreter der zuständigen Behörden befragt werden. Da die notwendigen Bekämpfungs- und Beseitigungsmaßnahmen in den Zuständigkeitsbereich der jeweiligen Behörden fallen, sind die anfallenden Kosten von diesen auch zu tragen.
Ist auf private Initiative eine Beauftragung von Fachfirmen für Bekämpfungsmaßnahmen geplant, empfiehlt sich die Einholung von schriftlichen Angeboten.
Was muss ich bei der Laubentsorgung von befallenen Bäumen beachten?
Bei der Entsorgung von befallenem Laub
sollten Schutzhandschuhe und Schutzanzug getragen werden.
Auf den Einsatz von Laubgebläsen zur Beseitigung des Laubs,
ist in jedem Fall zu verzichten.
Das Laub von befallenen Eichenbäumen sollte professionell entsorgt und nicht auf dem eigenen Grundstück kompostiert werden. Dies gilt insbesondere bei starkem Befall an Örtlichkeiten, an denen sich viele oder besonders vulnerable Menschen häufig und über längere Zeit aufhalten müssen (wie etwa Schulen, Kitas, Seniorenheime, Krankenhäuser et cetera).
Ansprechpartner für Fragen zur fachgerechten Entsorgung ist der zuständige öffentlich-rechtliche Abfallentsorger.
Bei der Entsorgung von befallenem Laub
sollten Schutzhandschuhe und Schutzanzug getragen werden.
Auf den Einsatz von Laubgebläsen zur Beseitigung des Laubs,
ist in jedem Fall zu verzichten.
Das Laub von befallenen Eichenbäumen sollte professionell entsorgt und nicht auf dem eigenen Grundstück kompostiert werden. Dies gilt insbesondere bei starkem Befall an Örtlichkeiten, an denen sich viele oder besonders vulnerable Menschen häufig und über längere Zeit aufhalten müssen (wie etwa Schulen, Kitas, Seniorenheime, Krankenhäuser et cetera).
Ansprechpartner für Fragen zur fachgerechten Entsorgung ist der zuständige öffentlich-rechtliche Abfallentsorger.
5. Gefahren und Maßnahmen in der Tierhaltung
Welche Gefahren bestehen für Haus- und Nutztiere durch den Eeichenprozessionsspinner?
Das in den Brennhaaren der Larven enthaltene Nesselgift kann einen schmerzhaften Hautausschlag mit heftigem Juckreiz auslösen. Auch Schwellungen im Bereich der Haut sind möglich. Zusätzlich können sie sich an der Oberfläche von Haut, Augen und oberen Luftwegen festsetzen beziehungsweise in tiefere Schichten bohren und schmerzhafte Wunden verursachen. Dieses Problem betrifft auch Haus-, Nutz- und Wildtiere.
Tiere, insbesondere Hunde und Weidetiere, die mit Nesselhaaren in Kontakt gekommen sind, belecken in der Regel die betroffenen Stellen, wodurch oft Zunge und Maulbereich intensive Symptome zeigen. Die Brennhaare dringen in die Mundschleimhaut ein und verursachen eine Anschwellung des Gewebes, schwere allergische und entzündliche Reaktionen der Schleimhäute, der Atemwege und des vorderen Verdauungstrakts können die Folge sein. In Extremfällen droht der Erstickungstod.
Das in den Brennhaaren der Larven enthaltene Nesselgift kann einen schmerzhaften Hautausschlag mit heftigem Juckreiz auslösen. Auch Schwellungen im Bereich der Haut sind möglich. Zusätzlich können sie sich an der Oberfläche von Haut, Augen und oberen Luftwegen festsetzen beziehungsweise in tiefere Schichten bohren und schmerzhafte Wunden verursachen. Dieses Problem betrifft auch Haus-, Nutz- und Wildtiere.
Tiere, insbesondere Hunde und Weidetiere, die mit Nesselhaaren in Kontakt gekommen sind, belecken in der Regel die betroffenen Stellen, wodurch oft Zunge und Maulbereich intensive Symptome zeigen. Die Brennhaare dringen in die Mundschleimhaut ein und verursachen eine Anschwellung des Gewebes, schwere allergische und entzündliche Reaktionen der Schleimhäute, der Atemwege und des vorderen Verdauungstrakts können die Folge sein. In Extremfällen droht der Erstickungstod.
Worauf sollte ich beim Spazierengehen mit meinem Hund achten?
Hunde sollten in Gefahrenbereichen immer an der Leine geführt und Nester großzügig umgangen werden. Neben den unmittelbaren gesundheitlichen Risiken können sie auch als Überträger fungieren, wenn die Brennhaare auf dem Fell haften bleiben.
Hunde sollten in Gefahrenbereichen immer an der Leine geführt und Nester großzügig umgangen werden. Neben den unmittelbaren gesundheitlichen Risiken können sie auch als Überträger fungieren, wenn die Brennhaare auf dem Fell haften bleiben.
Welche Gefahren bestehen für Futter- und Weideflächen?
Der Eichenprozessionsspinner stellt eine erhebliche Gefahr für die Landwirtschaft dar. Die Verunreinigung von Futterflächen erfolgt dabei auf zwei Wegen:
- Zum einen sorgt die Kontamination über die Luft für eine unkontrollierte Verbreitung. Die Brennhaare der Raupen besitzen Widerhaken, brechen leicht ab und werden vom Wind bis zu 500 Meter weit auf angrenzende Wiesen und Weiden getragen.
- Zum anderen droht Gefahr durch direkt in den Aufwuchs von Weiden oder Mähwiesen herabfallende Nester.
Das Problem verschärft sich durch die extreme Langzeitwirkung im Futter. Das Nesselgift ist so stabil, dass weder der Trocknungsprozess bei der Heuernte noch die Milchsäuregärung bei der Silierung das Gift unschädlich machen. Das Futter bleibt über Jahre hinweg toxisch; erst bei Temperaturen von über 60 °C wird das Gift abgebaut.
Der Eichenprozessionsspinner stellt eine erhebliche Gefahr für die Landwirtschaft dar. Die Verunreinigung von Futterflächen erfolgt dabei auf zwei Wegen:
- Zum einen sorgt die Kontamination über die Luft für eine unkontrollierte Verbreitung. Die Brennhaare der Raupen besitzen Widerhaken, brechen leicht ab und werden vom Wind bis zu 500 Meter weit auf angrenzende Wiesen und Weiden getragen.
- Zum anderen droht Gefahr durch direkt in den Aufwuchs von Weiden oder Mähwiesen herabfallende Nester.
Das Problem verschärft sich durch die extreme Langzeitwirkung im Futter. Das Nesselgift ist so stabil, dass weder der Trocknungsprozess bei der Heuernte noch die Milchsäuregärung bei der Silierung das Gift unschädlich machen. Das Futter bleibt über Jahre hinweg toxisch; erst bei Temperaturen von über 60 °C wird das Gift abgebaut.
Welche Maßnahmen kann ich als Landwirt zum Schutz meiner Tiere ergreifen?
Sicherheitsabstände einhalten: Wiesen und Weiden im Umkreis von bis zu 500 Metern um befallene Eichenbestände sollten an windigen Tagen nicht beweidet werden.
Ernteverzicht an Risikostandorten: Auf Flächen direkt unter oder neben stark befallenen Eichen sollte vollständig auf die Heu- und Silogewinnung verzichtet werden. Nach Verpuppung der Raupen (Ende August) kann wieder eine Beweidung oder Futtergewinnung stattfinden. Da die Gefahr herabfallender Brennhaare weiterhin besteht, sollte eine Distanz zum befallenen Baum von 10 bis 15 Metern gewahrt werden.
Keine Verfütterung von Verdachtsfutter: Ist ein Heuballen oder ein Silostock einmal mit Eichenprozessionsspinner-Haaren kontaminiert, gibt es keine Möglichkeit, diese herauszufiltern. Das Futter muss entsorgt werden.
Professionelle Nestbeseitigung: Gespinstnester an Wald- und Feldrändern dürfen niemals eigenhändig abgeflammt oder abgeschlagen werden, da sonst eine massive Haarverbreitung droht. Sie müssen von Fachfirmen abgesaugt werden.
Sicherheitsabstände einhalten: Wiesen und Weiden im Umkreis von bis zu 500 Metern um befallene Eichenbestände sollten an windigen Tagen nicht beweidet werden.
Ernteverzicht an Risikostandorten: Auf Flächen direkt unter oder neben stark befallenen Eichen sollte vollständig auf die Heu- und Silogewinnung verzichtet werden. Nach Verpuppung der Raupen (Ende August) kann wieder eine Beweidung oder Futtergewinnung stattfinden. Da die Gefahr herabfallender Brennhaare weiterhin besteht, sollte eine Distanz zum befallenen Baum von 10 bis 15 Metern gewahrt werden.
Keine Verfütterung von Verdachtsfutter: Ist ein Heuballen oder ein Silostock einmal mit Eichenprozessionsspinner-Haaren kontaminiert, gibt es keine Möglichkeit, diese herauszufiltern. Das Futter muss entsorgt werden.
Professionelle Nestbeseitigung: Gespinstnester an Wald- und Feldrändern dürfen niemals eigenhändig abgeflammt oder abgeschlagen werden, da sonst eine massive Haarverbreitung droht. Sie müssen von Fachfirmen abgesaugt werden.
Welche Risiken gilt es bei der Getreideernte zu beachten?
Neben den klassischen Futterflächen sind auch Getreideernten vom Eichenprozessionsspinner betroffen. Die Hauptgefahr liegt im Futter- und Einstreustroh sowie beim Erntevorgang selbst:
Kontamination des Strohs: Getreidefelder, die direkt an befallene Eichenbestände oder Waldränder grenzen, werden durch den Wind mit den giftigen Brennhaaren belastet. Wird das Getreide geerntet und das verbleibende Stroh anschließend zu Ballen gepresst, bleiben die Haare hartnäckig im Material haften.
Gefahr durch Futter- und Einstreustroh: Das Nesselgift bleibt im trockenen Stroh über Jahre hinweg aktiv. Wird dieses Stroh als Einstreu im Stall oder als Beschäftigungs- und Strukturfutter genutzt, nehmen die Tiere die Gifthaare auf. Dies führt zu den gleichen schweren Entzündungen im Maulbereich und zu Atemnot wie kontaminiertes Heu.
Gefahr beim Druschvorgang: Eine massive Staubentwicklung kann die im Bestand befindliche Eichenprozessionsspinner-Brennhaare aufwirbeln. Fahrer ohne geschlossene Kabine mit Klimaanlage sowie Personen, die beim Abtanken oder Ballenpressen im Staub stehen, riskieren schwere allergische Hautreaktionen, Augenreizungen und Atembeschwerden.
Neben den klassischen Futterflächen sind auch Getreideernten vom Eichenprozessionsspinner betroffen. Die Hauptgefahr liegt im Futter- und Einstreustroh sowie beim Erntevorgang selbst:
Kontamination des Strohs: Getreidefelder, die direkt an befallene Eichenbestände oder Waldränder grenzen, werden durch den Wind mit den giftigen Brennhaaren belastet. Wird das Getreide geerntet und das verbleibende Stroh anschließend zu Ballen gepresst, bleiben die Haare hartnäckig im Material haften.
Gefahr durch Futter- und Einstreustroh: Das Nesselgift bleibt im trockenen Stroh über Jahre hinweg aktiv. Wird dieses Stroh als Einstreu im Stall oder als Beschäftigungs- und Strukturfutter genutzt, nehmen die Tiere die Gifthaare auf. Dies führt zu den gleichen schweren Entzündungen im Maulbereich und zu Atemnot wie kontaminiertes Heu.
Gefahr beim Druschvorgang: Eine massive Staubentwicklung kann die im Bestand befindliche Eichenprozessionsspinner-Brennhaare aufwirbeln. Fahrer ohne geschlossene Kabine mit Klimaanlage sowie Personen, die beim Abtanken oder Ballenpressen im Staub stehen, riskieren schwere allergische Hautreaktionen, Augenreizungen und Atembeschwerden.
6. Gesundheitsschutz
Warum sind die Haare der Raupe gesundheitsgefährdend?
Die Brennhaare, enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Die direkte Berührung der Raupenhärchen oder der Kontakt mit aufgewirbelten Häutungsresten oder Härchen können beim Menschen gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Die Brennhaare, enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Die direkte Berührung der Raupenhärchen oder der Kontakt mit aufgewirbelten Häutungsresten oder Härchen können beim Menschen gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Ab wann sind die Raupen gesundheitsgefährdend?
Die Raupen häuten sich etwa ab Mitte Mai zum zweiten Mal. Ab diesem Zeitpunkt bilden sie die kleinen unscheinbaren Brennhaare mit Widerhaken. Bis zum Erreichen des sechsten und letzten Raupenstadiums nehmen Anzahl (bis etwa 600.000 je Raupe) und Länge (bis etwa 0,2 Millimeter) der „Brennhaare“ stetig zu.
Die Warn-App „PHENTHAUproc“ des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gibt Auskunft über den Entwicklungsstand der Raupen und die Gefährdung, die auch witterungsabhängig ist.
Die Raupen häuten sich etwa ab Mitte Mai zum zweiten Mal. Ab diesem Zeitpunkt bilden sie die kleinen unscheinbaren Brennhaare mit Widerhaken. Bis zum Erreichen des sechsten und letzten Raupenstadiums nehmen Anzahl (bis etwa 600.000 je Raupe) und Länge (bis etwa 0,2 Millimeter) der „Brennhaare“ stetig zu.
Die Warn-App „PHENTHAUproc“ des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gibt Auskunft über den Entwicklungsstand der Raupen und die Gefährdung, die auch witterungsabhängig ist.
Welche Symptome können nach Kontakt mit den Brennhaaren auftreten?
Die Brennhaare wirken sowohl chemisch als auch mechanisch. Sie können sich an der Oberfläche von Haut, Augen und oberen Luftwegen festsetzen beziehungsweise in tiefere Schichten bohren und schmerzhafte Wunden verursachen.
Das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift (Thaumetopoein) hat eine chemische Wirkung. Es kann ein schmerzhafter Hautausschlag mit heftigem Juckreiz auftreten. Auch Schwellungen im Bereich der Haut sind möglich.
Meist sind die unbedeckten Körperteile betroffen wie Hals, Gesicht, Arme und Beine. Es kann zu Augenreizungen und/oder -entzündungen (Bindehaut- oder Hornhautentzündungen), Atembeschwerden (Atemnot, Husten, grippeähnliche Symptome) und im Extremfall zu pseudoallergischen Schockreaktionen führen. Auch allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber und Schwindel sind möglich. Bei wiederholtem Kontakt können die Beschwerden stärker ausgeprägt sein.
Die Brennhaare wirken sowohl chemisch als auch mechanisch. Sie können sich an der Oberfläche von Haut, Augen und oberen Luftwegen festsetzen beziehungsweise in tiefere Schichten bohren und schmerzhafte Wunden verursachen.
Das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift (Thaumetopoein) hat eine chemische Wirkung. Es kann ein schmerzhafter Hautausschlag mit heftigem Juckreiz auftreten. Auch Schwellungen im Bereich der Haut sind möglich.
Meist sind die unbedeckten Körperteile betroffen wie Hals, Gesicht, Arme und Beine. Es kann zu Augenreizungen und/oder -entzündungen (Bindehaut- oder Hornhautentzündungen), Atembeschwerden (Atemnot, Husten, grippeähnliche Symptome) und im Extremfall zu pseudoallergischen Schockreaktionen führen. Auch allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber und Schwindel sind möglich. Bei wiederholtem Kontakt können die Beschwerden stärker ausgeprägt sein.
Wie lange halten die Beschwerden an?
Ohne Behandlung verschwinden die Beschwerden meist innerhalb von zwei Wochen. Je nach Sensibilität können diese aber auch länger anhalten.
Ohne Behandlung verschwinden die Beschwerden meist innerhalb von zwei Wochen. Je nach Sensibilität können diese aber auch länger anhalten.
Kann ich vorbeugende Maßnahmen ergreifen, wenn ich mich in der Nähe befallener Bäume aufhalten muss?
In der Nähe von befallenen Bäumen sollte Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen sowie eine Kopfbedeckung getragen werden. Die Hosenbeine sollten möglichst über den Schuhen verschließbar sein, damit keine Brennhaare eindringen können.
Empfindliche Körperteile wie Hals und Nacken sollten geschützt sein.
Trockenes Laub oder trockene Erde sollten so wenig wie möglich aufgewirbelt werden, um die Gefahr des Einatmens von staubiger, mit Brennhaaren belasteter Luft und den Kontakt mit den im Laub befindlichen Brennhaaren zu verringern.
In der Nähe von befallenen Bäumen sollte Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen sowie eine Kopfbedeckung getragen werden. Die Hosenbeine sollten möglichst über den Schuhen verschließbar sein, damit keine Brennhaare eindringen können.
Empfindliche Körperteile wie Hals und Nacken sollten geschützt sein.
Trockenes Laub oder trockene Erde sollten so wenig wie möglich aufgewirbelt werden, um die Gefahr des Einatmens von staubiger, mit Brennhaaren belasteter Luft und den Kontakt mit den im Laub befindlichen Brennhaaren zu verringern.
Was kann ich tun, wenn ich mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen bin?
Bei möglichem Kontakt mit den Brennhärchen des Eichenprozessionsspinners möglichst sofort duschen und Haare waschen.
Die belastete Kleidung keinesfalls in der Wohnung ausschütteln, sondern so heiß wie möglich, am besten bei 60 °C waschen, um das Nesselgift auszuschalten.
Bei auftretenden Hautirritationen Juckreiz hemmende Salben auftragen.
Treten trotzdem weiter Symptome auf, einen Arzt aufsuchen.
Bei möglichem Kontakt mit den Brennhärchen des Eichenprozessionsspinners möglichst sofort duschen und Haare waschen.
Die belastete Kleidung keinesfalls in der Wohnung ausschütteln, sondern so heiß wie möglich, am besten bei 60 °C waschen, um das Nesselgift auszuschalten.
Bei auftretenden Hautirritationen Juckreiz hemmende Salben auftragen.
Treten trotzdem weiter Symptome auf, einen Arzt aufsuchen.
Wie lange behalten die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners ihre gesundheitsgefährdende Wirkung?
Die Raupenhaare können ihre gesundheitsgefährdende Wirkung mehrere Jahre behalten.
Die Raupenhaare können ihre gesundheitsgefährdende Wirkung mehrere Jahre behalten.
Werden auch Tiere durch die Brennhaare gesundheitlich beeinträchtigt?
Säugetiere reagieren ebenfalls empfindlich auf die Brennhaare. Bei Haus- und Wildtieren können ähnliche Symptome wie beim Menschen auftreten.
Bei Hunden oder Weidetieren sind oft Zunge oder Maulbereich von intensiven Symptomen betroffen.
Säugetiere reagieren ebenfalls empfindlich auf die Brennhaare. Bei Haus- und Wildtieren können ähnliche Symptome wie beim Menschen auftreten.
Bei Hunden oder Weidetieren sind oft Zunge oder Maulbereich von intensiven Symptomen betroffen.
An wen wende ich mich bei weiteren Fragen zum Gesundheitsschutz?
Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) informiert auf seinen Internetseiten zum gesundheitsschädigenden Potenzial.
Bei Fragen zum Gesundheitsschutz geben die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte Auskunft.
Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) informiert auf seinen Internetseiten zum gesundheitsschädigenden Potenzial.
Bei Fragen zum Gesundheitsschutz geben die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte Auskunft.