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Umweltministerin Hanka Mittelstädt startet Wasser-Tour: Erste Stationen in der Uckermark

Themen: Moorschutz, Wasserrückhalt in der Landschaft und Landesniedrigwasserkonzept

- Erschienen am 03.07.2026 - Presemitteilung 140/2026

Umweltministerin Hanka Mittelstädt hat heute ihre Wasser-Tour gestartet. In den kommenden Monaten wird sie im ganzen Land verschiedene wasserrelevante Orte besuchen. Wasser ist ein zentrales Thema der Landesregierung. Längere Trockenperioden und sinkende Grundwasserstände stellen nicht nur Brandenburg vor wachsende Herausforderungen.

Die ersten Stationen der Wasser-Tour am heutigen Freitag führten in den Landkreis Uckermark. In der Nähe des Ortsteils Blumberg informierte sich Mittelstädt bei Landwirt Lars-Andreas Sieh über die Bewirtschaftung von Moorflächen sowie über das in Trägerschaft des Landkreises Uckermark geplante Naturschutzgroßprojekt in der Randow-Niederung. Das Vorhaben ist ein bedeutendes Moorschutzprojekt der Region. Die dritte Station führte an den Jacknitzgraben bei Angermünde. Dort standen Maßnahmen des Landschaftswasserrückhaltes und die Umsetzung des Landesniedrigwasserkonzeptes im Mittelpunkt. Die Ministerin informierte sich über Maßnahmen des Wasser- und Bodenverbands „Welse“, darunter die Revitalisierung von Feldsöllen. Begleitet wurde die Ministerin dabei vom stellvertretenden Landrat Frank Bretsch sowie von Dr. Nicole Spundflasch, Leiterin des Landwirtschafts-, Umwelt- und Veterinäramtes.

Umweltministerin Hanka Mittelstädt sagte vor Ort:

„Der Schutz unserer Moore und ein ausgeglichener Landschaftswasserhaushalt gehören zusammen – und beides gelingt nur gemeinsam mit den Akteuren vor Ort. Im Land Brandenburg gibt es bereits viele gute Projekte, die zeigen, wie regionale Akteure wie Kommunen, Gewässerunterhaltungsverbände und Naturschutzakteure zusammen mit Flächennutzenden und Eigentümern vor Ort konkrete Lösungen entwickeln und umsetzen. Das Land unterstützt dieses Engagement gezielt und schiebt regionale Projekte mit an, zum Beispiel mit dem vom Land im Rahmen der Umsetzung des Landesniedrigwasserkonzepts beauftragen Team aus Niedrigwasser-Koordinatoren. Projekte aus den Regionen, die großräumig positive Synergien zwischen Landschaftswasserhaushalt, Moorschutz, Landnutzung und Naturschutz entfalten, wie das Naturschutzgroßprojekt Randow-Niederung, werden vom Land ebenfalls finanziell unterstützt. Denn Investitionen in den Landschaftswasserhaushalt und den Moorschutz sind Investitionen in die Zukunft sowohl für langfristige Sicherung der Landnutzung, den Klimaschutz und den Naturschutz.“

Station 1: Landwirtschaftsbetrieb Lars-Andreas Sieh – moorschonende Bewirtschaftung im Randowbruch

Der familiengeführte Landwirtschaftsbetrieb von Lars-Andreas Sieh im Randowbruch in der Uckermark bewirtschaftet Moorflächen mit extensiver Mutterkuhhaltung und als Zuchtbetrieb. Seit mehr als 20 Jahren setzt sich der Betrieb mit der Anhebung der Wasserstände auf seinen Flächen auseinander und verfolgt das Ziel, Wasserstände von 10 bis 30 Zentimetern unter Flur zu erreichen. Über die Förderrichtlinie „Klima-/Moorschutz – investiv“ erhielt der Betrieb 2024 und 2026 Zuwendungsbescheide zur Anschaffung moorschonender, für höhere Wasserstände geeigneter Bewirtschaftungstechnik. Der Betrieb gilt damit als praxisnahes Best-Practice-Beispiel für die Weiterentwicklung einer moorschonenden landwirtschaftlichen Nutzung im Randowbruch.

Mit der Richtlinie unterstützt das Umweltministerium Investitionen in eine klima- und moorfreundliche Bewirtschaftung sowie in die Verwertung von Biomasse aus Feucht- und Nassstandorten. Für den Förderzeitraum 2023 bis 2027 stehen insgesamt 14 Millionen Euro zur Verfügung. Bislang wurden 27 Projekte mit rund 5,7 Millionen Euro bewilligt; die geförderte Fläche umfasst rund 4.884 Hektar.

Station 2: Randow-Niederung – Naturschutzgroßprojekt zur Moorrevitalisierung

In der Randow-Niederung ist ein Naturschutzgroßprojekt zur Moorrevitalisierung und zur Stärkung des Wasserrückhalts geplant. Das Vorhaben soll einen wichtigen Beitrag zum Klima-, Natur- und Wasserhaushalt der Region leisten und wird von lokalen Akteuren unterstützt. Träger des Projekts ist der Landkreis Uckermark. Die Finanzierung ist über das Bundesförderprogramm „chance.natur“ mit Landesanteil vorgesehen. Die Gesamtkosten werden auf rund 25 Millionen Euro geschätzt, die Laufzeit beträgt 13 Jahre. Der Beginn der ersten Projektphase ist derzeit für das Jahr 2027 vorgesehen.

Station 3: Jacknitzgraben – Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts

Am Jacknitzgraben wurden bereits Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts umgesetzt. Dazu gehören die Revitalisierung von Feldsöllen sowie die Stabilisierung des Wasserstands eines Sees durch ein einfaches Staubauwerk, das der Wasser- und Bodenverband Welse vor rund zehn Jahren errichtet hat. Weitere Maßnahmen sind gemeinsam mit der Helversen’schen Stiftung geplant. Grundlage bilden Untersuchungen zum Wasserrückhalt in der Region, die der Wasser- und Bodenverband Welse auf Initiative der Helversen’schen Stiftung beauftragt hat. Im Fokus stehen insbesondere zahlreiche drainierte Feldsölle, deren Reaktivierung als Wasserspeicher sowohl für den Rückhalt von Starkniederschlägen als auch zur Minderung von Trockenheitsfolgen von Bedeutung ist. Die Umsetzung soll im engen Austausch mit den betroffenen Landnutzern erfolgen und Wasserrückhalt mit Biotopschutz verbinden. Die Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts erfolgt seit 2021 intensiviert im Rahmen der Umsetzung des Landesniedrigwasserkonzepts über die entsprechenden LWH-Richtlinien als zentrales Instrument. Mithilfe der Koordinatorinnen und Koordinatoren in den 16 Flussgebieten wurden seitdem mehr als 100 Projekte initiiert, bewilligt oder bereits umgesetzt; dafür wurden rund 50 Millionen Euro eingesetzt.