BraLa: Landwirtschaftsministerin Mittelstädt zeichnet erfolgreiche Tierzüchter aus
Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung (BraLa): Mittelstädt eröffnet Tierschau und überreicht Tierzuchtpreise – In Brandenburg gibt es rund 5.400 landwirtschaftliche Betriebe
- Erschienen am - PresemitteilungLandwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt hat heute (9. Mai) bei der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) die traditionelle Tierschau eröffnet und dabei die Tierzuchtpreise in den Kategorien Pferd und Schaf sowie den Jugend-Tierzuchtpreis Pferd des Landes Brandenburg verliehen. Dabei betonte sie die herausragende Bedeutung der Tierhaltung für Landwirtschaft und ländlichen Raum. Die BraLa lockt an diesem Wochenende wieder Besucher und Fachpublikum zum Gelände des Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrum (MAFZ) im Ortsteil Paaren im Glien (Havelland).
Ministerin Mittelstädt sagte vor Ort:
„Landwirtschaft und Tierhaltung prägen die ländlichen Räume. Und wir können auf unsere Landwirtschaft stolz sein. Sie leistet enorm viel, ist innovativ und ein wichtiger Akteur bei Klima- und Artenschutz. Die tierhaltenden Landwirte in Brandenburg zeigen auch auf der BraLa wieder, mit wie viel Fachwissen, Verantwortung und Leidenschaft sie tagtäglich arbeiten. Besucherinnen und Besucher können dieses Engagement hautnah erleben und bestaunen. Das zeichnet die BraLa aus. Dabei geht es den Tierhaltern nicht nur um Produktion von Lebensmitteln – es geht um Tierwohl, um Qualität, um Nachhaltigkeit und um das ständige Streben nach Verbesserung. Gezielte Zuchtprogramme, moderne Analyseverfahren, verantwortungsvolle Planung und zukunftsfähige Haltungssysteme tragen dazu bei, gesunde und leistungsfähige Tiere zu halten. Das bedeutet nicht nur ökonomische Stabilität für den Betrieb, sondern auch langfristige Vorteile für Umwelt, Tiergesundheit und Verbraucher. Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Sie schafft Arbeitsplätze und prägt unseren ländlichen Raum. Eine entscheidende Rolle spielt die regionale Wertschöpfung.“
Mittelstädt betonte:
„Ein wichtiges Ziel ist es, hier erzeugte Produkte auch in der Region zu vermarkten, um so der Landwirtschaft vor Ort eine Perspektive zu bieten. Die BraLa bietet mit dem großen Regionalmarkt dazu beste Möglichkeiten, Produkte ‚Made in Brandenburg‘ zu entdecken – ganz nach dem Motto ‚regionales riechen, schmecken und erleben‘.“
Die Landwirtschaft prägt Brandenburg: Die rund 5.400 Brandenburger Agrarbetriebe bewirtschafteten mit fast 1,3 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche nahezu 45 Prozent der Bodenfläche des Landes (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg).
Preisträger der Tierzuchtpreise
In der Kategorie „Pferd“ überreichte die Ministerin den Tierzuchtpreis an die Zuchtgemeinschaft Krohn/Dötschel aus der Gemeinde Niederer Fläming im Landkreis Teltow-Fläming. Seit 1993 züchten Britta Krohn und Kerstin Dötschel auf ihrem Gestüt Brennabor im brandenburgischen Reinsdorf erfolgreich Pferde. Bundesweit bekannt ist ihre Zucht der ursprünglich aus Wales stammenden Welsh Cobs. Besonders hervorzuheben ist der Hengst Brennabor Lord Zandor. Er siegte 2011 auf der Bundessportponyhengstschau in Berlin und wurde mit der Bundesprämie ausgezeichnet. Mit seiner Züchterin Britta Krohn gewann er zahlreiche Dressurprüfungen und gehörte zeitweise zu den erfolgreichsten Dressurponys in Deutschland. Die Zuchtgemeinschaft konnte auch weit über Brandenburg hinaus Akzente in der Zucht von Reitpferden setzen. Zu ihren Erfolgspferden gehören der im Grand Prix Sport erfolgreiche Hengst Feenzauber Iwest und der aktuell mit Juliane Brunkhorst siegreiche DSP Diamante Negro. Letzterer platzierte sich 2024 im Finale von Deutschlands renommiertester Prüfung für Nachwuchspferde, dem Nürnberger Burgpokals, an zweiter Stelle. DSP Diamante Negro gewann seitdem mit seiner Reiterin zahlreiche Dressurprüfungen auf höchstem Niveau. Unter anderem triumphierte das Paar Mitte Februar 2026 bei den VR Classics in Neumünster in beiden Hauptprüfungen.
Der Tierzuchtpreis Jugend in der Kategorie „Pferd“ ging an Eunike Edler aus Neustadt (Dosse). Sie gehört seit acht Jahren fest zum erfolgreichen Team des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt (PZVBA). In den Jahren 2018, 2023 und 2024 wurde sie Deutsche Meisterin mit der Mannschaft, 2024 zudem Vize-Deutsche Meisterin im Einzel und 2025 Deutsche Meisterin im Team der älteren Altersklasse. Hinzu kam 2022 der Titel der Ostdeutschen Meisterin, sowie einige erfolgreiche WM-Teilnahmen. Im Sommer letzten Jahres hat sie ihre Lehre zur Pferdewirtin in Neustadt (Dosse) mit Auszeichnung abgeschlossen und hat nun die Jungzüchterbetreuung und -leitung im PZVBA übernommen. Dabei engagiert sie sich für die Ausbildung der nächsten Generation und organisiert regionale, aber auch überregionale Wettbewerbe wie hier auf der BraLa oder der Grünen Woche in Berlin. Für ihre konstant sehr guten Leistungen der letzten Jahre und ihr außerordentliches Engagement im Bereich der Pferdezucht ehrte sie Ministerin Mittelstädt mit dem Jungzüchterpreis des Landes Brandenburg.
In der Kategorie „Schaf“ überreichte Ministerin Mittelstädt den Tierzuchtpreis an Ronald Rocher aus Storkow/ Ortsteil Möllendorf im Landkreis Oder-Spree. Der gelernte Intensivpfleger begann seine Schafhaltung als Nebenerwerbsschäferei, mittlerweile umfasst seine Haupterwerbsschäferei insgesamt etwa 1.100 Mutterschafe, 100 Ziegen und 55 Rinder. Bereits seit 2009 ist er Züchter der Fleischschafrasse Suffolk. Begonnen hat er diese Zucht mit acht Mutterschafen. Mittlerweile ist sein Bestand auf etwa 210 Mutterschafe angewachsen. Die Böcke aus der Zucht tragen seit einigen Jahren die Bezeichnung „Greenfield“ im Namen, was auf die Aufzuchtbedingungen auf Grünland und mit Ackerfutter hinweist. Im Jahr 2020 hat Ronald Rocher erfolgreich den Meisterkurs an der Fachschule in Köllitsch in Sachsen mit dem Abschluss Schäfermeister absolviert. Neben der Rasse Suffolk versucht die Schäferei Rocher auch durch gezielte Einkreuzung bestimmte Merkmale wie Fruchtbarkeit, Rahmen und Fleischansatz zu verbessern. Grundsätzlich strebt die Schafzucht Rocher eine standortangepasste Schafhaltung und Zucht an.