25 Jahre FSC-zertifizierte Waldbewirtschaftung im Forstbetrieb Reiersdorf
Forstministerin Hanka Mittelstädt vor Ort: „Vom mutigen Pilotprojekt zur Erfolgsgeschichte“
- Erschienen am - PresemitteilungSeit 25 Jahren wird der Landeswald im Forstbetrieb Reiersdorf im Landkreis Uckermark nach dem sogenannten FSC-Standard (Forest Stewardship Council) bewirtschaftet. Das FSC-Zertifikat ist ein weltweit anerkanntes Gütesiegel für nachhaltige, ökologische und sozial verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Ministerin Hanka Mittelstädt besuchte den Forstbetrieb heute (9. Juli) anlässlich des Jubiläums gemeinsam mit Vertretern des FSC Deutschland und würdigte dabei das langjährige Engagement für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Forstministerin Hanka Mittelstädt sagte:
„Was hier im Forstbetrieb Reiersdorf vor einem Vierteljahrhundert als mutiges Pilotprojekt begann, hat sich zu einer landesweiten Erfolgsgeschichte entwickelt. Damals beteiligte sich das Land Brandenburg erstmalig an dem wegweisenden Modellvorhaben zur FSC-Gruppenzertifizierung. Mit dem Zusammenschluss von Privat-, Kommunal- und Landeswald wurde der entscheidende Grundstein für die FSC-Zertifizierung in Brandenburg gelegt. Mittlerweile ist unser Landesforstbetrieb offizielles Mitglied im FSC Deutschland.“
Insgesamt werden 63.000 Hektar im Landeswald nach FSC-Standards bewirtschaftet – das sind etwa 23,5 Prozent der gesamten brandenburgischen Landeswaldfläche. Diese Gebietskulisse umfasst die Forstbetriebe Reiersdorf mit rund 23.400 Hektar, Groß Schönebeck mit 22.000 Hektar und Chorin mit 17.600 Hektar – eingebettet in das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und den Nationalpark Unteres Odertal.
Die Einhaltung der FSC-Kriterien entspricht den gegenwärtigen Zielen des Landes Brandenburg in der Forstwirtschaft: Eine naturnahe, bodenschonende Bewirtschaftung, die Etablierung hoher Bodenschutzstandards sowie die Integration von Naturschutzaspekten – wie die gezielte Erhöhung von Totholzanteilen und wirksame Artenschutzmaßnahmen – sind Säulen der forstpolitischen Agenda Brandenburgs.
Ministerin Mittelstädt:
„Unsere landespolitischen Ziele und die Prinzipien des FSC harmonieren sehr gut. Der Waldumbau ist eine wichtige Zukunftsaufgabe. Angesichts der fortschreitenden Klimawandels, langanhaltender Trockenperioden und steigender Waldbrandgefahren stehen wir hier vor großen Herausforderungen. Wir müssen weg von den Kiefernreinbeständen der Vergangenheit und hin zu klimaresistenten, struktur- und artenreichen Mischwäldern.“
Dietrich Mehl, Leiter des Forstbetriebs Reiersdorf im Landesbetrieb Forst Brandenburg:
„Wenn man 25 Jahre zurückdenkt, waren viele Aspekte, zu denen heute in der Waldbewirtschaftung überwiegend Konsens besteht, nicht selbstverständlich – zum Beispiel ohne Kahlschläge und Pflanzenschutzmittel zu arbeiten, waldorientiert zu jagen und Naturschutzaspekte gleichberechtigt zu berücksichtigen. Genau das entsprach schon damals dem Selbstverständnis unseres Forstbetriebs, aber auch dem der anderen Mitglieder der Zertifizierungsgruppe. Der FSC hat uns dafür ‚Rückendeckung‘ gegeben und sehr unterstützt. Wir haben diese Zertifizierung zudem als ein wertvolles Kommunikationsinstrument erlebt, um mit anderen Forstbetrieben, Institutionen und Verbänden in einen Austausch zu kommen und damit auch unsere eigenen Vorstellungen zu einer modernen Waldbewirtschaftung weiterzuentwickeln.“
Alfred Schumm, Geschäftsführer von FSC-Deutschland:
„Nachhaltige Waldwirtschaft benötigt Transparenz, und die schafft Wissen, Verständigung und Vertrauen – und genau dafür steht FSC. Das Siegel gibt Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung und unterstützt eine Waldbewirtschaftung, die den Wald auch im Klimawandel für kommende Generationen erhält. Das ist auch für die Wälder der Uckermark von großer Bedeutung.“
Die Einhaltung dieser Standards wird jährlich durch unabhängige Auditoren vor Ort überprüft. Der FSC stellt somit ein Kennzeichen zur Verfügung, an dem Verbraucherinnen und Verbraucher Holz aus nachhaltiger, ökologischer und sozial verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung erkennen können. Den Rahmen der FSC-Zertifizierung setzen die zehn Prinzipien und 70 Kriterien des FSC, die für alle FSC-zertifizierten Wälder weltweit gelten. Auf nationaler Ebene entwickeln Interessenvertreter aus den Bereichen Wirtschaft/Forstwirtschaft, Umwelt und Soziales die nationalen Waldstandards. Das FSC-System sichert so die Nutzung der Wälder gemäß den sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedürfnissen heutiger und zukünftiger Generationen. Link: https://www.fsc-deutschland.de/was-ist-fsc/.
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