Landwirtschafts- und Umweltministerin Mittelstädt empfängt polnische Landfrauen im Havelland
2026 UN-Themenjahr „Frauen in der Landwirtschaft“ – Fachexkursion nach Brandenburg
- Erschienen am - PresemitteilungLandwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt und Antje Schulze, Vorsitzende des Brandenburger Landfrauenverbandes, empfangen am heutigen Sonnabend in Dallgow-Döberitz Vertreterinnen des Marschallamts Niederschlesien und eine Delegation Niederschlesischer Landfrauen. Auf dem Programm steht die Besichtigung von drei landwirtschaftlichen Betrieben im Havelland. Anlass der Fachexkursion ist das UN-Themenjahr „Frauen in der Landwirtschaft“. Die Woiwodschaft Dolnośląskie (Niederschlesien) zählt zu den Partnerregionen Brandenburgs.
Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt:
„Niederschlesien und Brandenburg verbindet seit vielen Jahren eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. In beiden Regionen sind Frauen aus der Landwirtschaft und den ländlichen Räumen nicht wegzudenken – sie gestalten, organisieren und halten vieles zusammen. Das internationale Themenjahr der Vereinten Nationen gibt uns die Gelegenheit, diese Leistungen noch sichtbarer zu machen und Frauen in der Landwirtschaft weiter zu stärken. In Brandenburg haben wir mit unseren engagierten Landfrauen ein starkes Netzwerk. Darauf können wir stolz sein.“
Antje Schulze, Vorsitzende des Brandenburger Landfrauenverbandes e.V.:
„Wir freuen uns sehr, die polnische Landfrauen-Delegation im Havelland begrüßen zu dürfen. Das UN-Themenjahr stellt die unverzichtbare Rolle der Frauen in der Landwirtschaft in den Mittelpunkt – und genau diese Sichtbarkeit brauchen wir. An den drei Stationen zeigen unsere regionalen Betriebe eindrucksvoll, wie modern, vielfältig und innovativ die Arbeit von Frauen im ländlichen Raum ist. Der grenzüberschreitende Austausch lässt erkennen, dass wir vor ähnlichen Herausforderungen stehen, aber vor allem voneinander lernen können. Dieser Tag ist eine starke Wertschätzung für die Arbeit unserer Landfrauen in Brandenburg und Niederschlesien.“
Auf dem Programm des deutsch-polnischen Austausches stehen am heutigen Sonnabend folgende Besichtigungen: Hofladen Falkensee in Dallgow-Döberitz, Agro-Farm GmbH in Nauen, sowie Landwirtschaftsbetrieb Schwarze Kuh in Kleßen-Görne.
Der Hofladen Falkensee in Dallgow-Döberitz ist ein familiengeführter landwirtschaftlicher Betrieb. Auf den Feldern und im geschützten Anbau werden verschiedene Kulturen mit viel Handarbeit und fachlicher Sorgfalt von der Pflanzung bis zur Ernte begleitet. Zum Anbau gehören Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Grünspargel, Frühkartoffeln, Kürbis und Grünkohl. Darüber hinaus produziert der Betrieb frische Eier aus Freilandhaltung. Die hofeigenen Erzeugnisse und weitere regionale Produkte von anderen bäuerlichen Betrieben werden direkt über den Hofladen vermarktet und gelangen so auf kurzem Weg zu den Kundinnen und Kunden.
Die Agro-Farm GmbH Nauen ist ein breit aufgestellter landwirtschaftlicher Marktfruchtbetrieb und bewirtschaftet circa 2.500 Hektar im Havelland. Das Unternehmen verbindet moderne Landwirtschaft mit einer eigenen Produktionskette – vom Anbau und der Aufbereitung landwirtschaftlicher Rohstoffe bis hin zur Nutzung für die regenerative Energiegewinnung. Im Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit stehen der Anbau und die Aufbereitung von Getreide wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer sowie der Anbau von Mais als Substrat für die Biogasproduktion. Die auf dem Betrieb erzeugten Produkte werden im eigenen Unternehmen aufbereitet und über eigene Vertriebswege vermarktet. Dazu gehört auch der Hofladen direkt am Standort in Nauen OT Neukammer, der neben dem Verkauf an Selbstabholer einen Lieferservice anbietet. Ergänzend führt der Hofladen regionale landwirtschaftliche Erzeugnisse weiterer Anbieter aus dem Havelland.
Der Landwirtschaftsbetrieb Schwarze Kuh in Kleßen-Görne wird von einer jungen Familie geführt, die sich im Havelland eine Zukunft auf dem Land aufbaut. Im Mittelpunkt steht die Haltung von Angus-Rindern und die Erzeugung von regionalem Qualitätsfleisch. Die robusten, von Natur aus hornlosen Rinder werden in Mutterkuhhaltung im Herdenverband gehalten und verbringen das ganze Jahr auf den Weideflächen. Bei ungünstiger Witterung oder großer Hitze können die Tiere einen großzügigen, mit Stroh eingestreuten Unterstand mit Auslauf nutzen, der ihnen Schutz und zusätzlichen Komfort bietet. Angus-Rinder gelten aufgrund ihrer Fleischqualität, die insbesondere durch eine ausgeprägte Marmorierung und ihren charakteristischen Geschmack geprägt ist, als hochwertige Fleischrasse. Mit ihrer extensiven und ganzjährigen Weidehaltung setzt die Familie auf eine regionale und nachhaltige Form der Rinderhaltung und möchte damit langfristig eine landwirtschaftliche Existenz im Havelland aufbauen.
Hintergrund
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum „International Year of the Woman Farmer“.
Obwohl Frauen rund 35 Prozent der Beschäftigten in der deutschen Landwirtschaft ausmachen, werden rund 90 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Männern geleitet – damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich auf einem der letzten Plätze bei weiblichen Betriebsleitungen. In den ostdeutschen Bundesländern ist der Frauenanteil höher. Den höchsten Frauenanteil in den Betriebsleitungen hatte im Jahr 2023 das Flächenland Brandenburg mit rund 20 Prozent. Insgesamt sind rund 36 Prozent der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft in Brandenburg weiblich.