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Wasser-Tour: Mittelstädt besichtigt Projekte zur nachhaltigen Bewässerung in Werder (Havel)

Pilotprojekt auf Golfplatz und Bewässerung im Obstanbau – Land fördert Sanierung des Brauchwasserwerkes Glindow mit 1,7 Millionen Euro

- Erschienen am 21.10.2026 - Presemitteilung 210/2026

Auf ihrer Wasser-Tour durch Brandenburg besuchte Brandenburgs Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt heute die Stadt Werder (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Im traditionsreichen Obstanbau rund um Glindow und auf dem Golfplatz des Märkischen Golfclubs Potsdam werden Techniken zum sparsamen Einsatz von Wasser erprobt.

Über den Zukunftsinvestitionsfonds des Landes Brandenburg wurde im Bereich „Innovationen im Obst- und Gartenbau zur Anpassung an den Klimawandel“ seit 2021 die Sanierung des alten Brauchwasserwerkes in Glindow mit 1,7 Millionen Euro gefördert. Die Sanierung ging einher mit einer Untersuchung zum effizienten Einsatz für Bewässerung und Frostschutz – begleitet durch die Technische Universität Dresden.

Ministerin Hanka Mittelstädt sagte vor Ort:

„Der Obstanbau rund um Werder hat schon heute mit knappem Wasser zu kämpfen, mehr als viele andere Regionen in Deutschland. Gleichzeitig brauchen die Betriebe Zusatzbewässerung, um ihre Ernten zu sichern, die Fruchtqualität zu halten und uns weiter mit regionalem Obst zu versorgen. Durch den Klimawandel wird das noch wichtiger. Um diesen Widerspruch aufzulösen braucht es innovative Ansätze und ein Zusammenspiel aus Praxis und Forschung. Genau das passiert hier: Die Sanierung des Brauchwasserwerkes – begleitet durch wissenschaftliche Untersuchungen – verbindet eine konkrete, regionale Infrastrukturmaßnahme mit Erkenntnissen für eine ressourcenschonende und klimaangepasste Bewässerung im Obstbau. So entsteht eine konkrete Lösung für die Region und zugleich Wissen darüber, wie man im Obstbau Wasser sparen und sich an den Klimawandel anpassen kann. Das sichert den Obstanbau in Werder und hilft auch anderen Betrieben und Regionen weiter.“

Für einen sparsamen Wassereinsatz empfiehlt die Studie der TU Dresden insbesondere Tropfbewässerung mit längeren, dafür selteneren Bewässerungsintervallen sowie eine bedarfsgerechte Steuerung anhand von Bodenfeuchte und Pflanzenbedarf. Beim Frostschutz sollte das Wasser gezielt auf besonders gefährdete „Kälteinseln“ konzentriert werden. Für größere Flächen werden zusätzlich dezentrale Speicherbecken empfohlen, um die hohe kurzfristige Wassernachfrage in Frostnächten abzufangen.

Auf dem Golfplatz des Märkischen Golfclubs Potsdam in Werder wird im Rahmen eines Pilotprojektes im Reallabor seit zwei Jahren der Einsatz von aufbereitetem Abwasser aus der Kläranlage Phöben/Werder zur Bewässerung erprobt. Der Fokus liegt in der Untersuchung des Spurenstofftransports in der ungesättigten Bodenzone und dem möglichen Verbleib von hygienischen Belastungen, die aus dem Abwasser stammen. Das Pilotprojekt soll Antworten auf die Frage liefern, inwieweit die Wasserwiederverwendung zur Grünflächenbewässerung geeignet ist.

Ministerin Mittelstädt:

„In Zeiten abnehmender Wasserverfügbarkeit müssen sich auch die Eigentümer großer Grünflächen mit der Suche nach Lösungen für die Bewässerung beschäftigen. Ein sattes Grün auf Sportplätzen, in Parks oder auf Golfplätzen gibt es in Brandenburg ohne künstliche Bewässerung eher selten. Das Projekt bietet daher die Möglichkeit, aus der Praxiserfahrung wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, um künftig eine nachhaltige Bewirtschaftung des Wasserhaushalts mit vorsorgendem Boden- und Grundwasserschutz in Einklang zu bringen. Vielleicht lassen sich die Erkenntnisse später sogar nutzen, wenn häusliches Abwasser dezentral in der Landwirtschaft wiederverwendet wird. Das würde die Konkurrenz um das Wasser entschärfen.“

Das Reallabor wurde als Anknüpfung an das Verbundprojekt PU2R („Point-of-Use Re-Use“: Dezentrale landwirtschaftliche Wiederverwendung von häuslichem Abwasser zur Verringerung von Nutzungskonkurrenzen) vom Umweltbundesamt in Zusammenarbeit mit dem Golfplatzbetreiber initiiert und wird von der unteren Wasserbehörde Potsdam-Mittelmark begleitet. Für die Wasserwiederverwendung in der Landwirtschaft gelten in der EU besondere Vorgaben, um den Schutz der Böden und des Grundwassers zu sichern. Künftig wird in der nationalen Umsetzung der EU-Verordnung zur Wasserwiederverwendung neben der landwirtschaftlichen Bewässerung auch die Grünflächenbewässerung geregelt. Hierfür bietet die Pilotanlage wertvolle Praxiserfahrungen.

Mehr zum Thema Wasserwiederverwendung vom Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-bewirtschaften/wasserwiederverwendung

Hintergrund 

Die Ressource Wasser steht durch Klimawandel, Extremwetter und steigenden Bedarf zunehmend unter Druck. Längere Trockenperioden und sinkende Grundwasserstände stellen nicht nur Brandenburg vor wachsende Herausforderungen. Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt besucht auf ihrer Wasser-Tour im ganzen Land verschiedene wasserrelevante Orte. Mit der Novellierung des Brandenburgischen Wassergesetzes und der länderübergreifenden Zusammenarbeit mit Berlin und Sachsen für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt Lausitz ist Wasser ein zentrales Thema der Landesregierung in dieser Legislatur.