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Wasser-Tour: Ministerin Mittelstädt informiert sich über Hochwasserschutz in Herzberg (Elster)

Rund 4,55 Millionen Euro werden in das „Teilobjekt 1 – Bauabschnitt 2–3 links“ investiert

- Erschienen am 29.07.2026 - Presemitteilung 159/2026

Im Rahmen ihrer Wasser-Tour informierte sich Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt heute über die laufenden Arbeiten zum Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster in Herzberg (Elster) im Landkreis Elbe-Elster. Gemeinsam mit Landrat Marcel Schmidt und Bürgermeister Karsten Eule-Prütz besichtigte sie die Baustelle für das „Teilobjekt 1 – Bauabschnitt 2-3 links“. Hier wird im Stadtgebiet eine funktions- und standsichere Hochwasserschutzanlage für das „Schutzziel HQ100“ errichtet. Zur Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlage wird auf einer Fläche von rund 7.000 Quadratmetern eine tragende und zugleich abdichtende Spundwand eingebracht. Parallel dazu wird ein neuer, asphaltierter Deichverteidigungsweg angelegt. Die Baukosten belaufen sich für diesen Bauabschnitt auf rund 4,55 Millionen Euro; die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Europäischen Union, des Bundes und des Landes Brandenburg.

Umweltministerin Mittelstädt:

„Die Hochwasserereignisse, insbesondere in den Jahren 2010 und 2013, haben gezeigt, dass die bestehenden Deiche im Raum Herzberg bei Extremhochwasser keinen ausreichenden Schutz gewährleisten. Das vorhandene Hochwasserschutzsystem weist erhebliche Defizite auf. Sowohl die Abmessungen als auch der Aufbau der Deiche entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Hochwasserschutzanlagen. Zudem sind die Deiche mit Bäumen bewachsen, was nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht sowie die Gefahrenabwehr zusätzlich erschwert. Deshalb investieren wir entlang der Schwarzen Elster in den Ortslagen gezielt in den Ausbau des Hochwasserschutzes. Das Schutzziel HQ100 bedeutet, dass die Schutzanlagen auf ein Hochwasserereignis ausgelegt sind, das statistisch im Mittel nur einmal in 100 Jahren auftritt.“

Teilobjekt 1 – Bauabschnitt 2-3 links

Gegenstand der Arbeiten ist der linksseitige Bauabschnitt im Teilobjekt TO1, der sich ab dem Elsterpark/Klettergarten stromauf vom Wehr Herzberg (Deich-km 0+120, Bauabschnitt 1) über die ehemalige Bahnbrücke (Deich-km 0+500, Bauabschnitt 2) bis zur Straßenbrücke der B87/Schliebener Straße (Deich-km 0+885, Bauabschnitt 3) erstreckt.

Zur Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlage wird auf einer Fläche von rund 7.000 Quadratmetern eine tragende und zugleich abdichtende Spundwand eingebracht. Parallel dazu wird ein neuer, asphaltierter Deichverteidigungsweg angelegt.

Zum Maßnahmenumfang gehören außerdem die Profilierung einer rund 100 Meter langen, flachen Flutmulde im Zulaufbereich unter den Brücken der Bundesstraße 87 zur Verbesserung des Hochwasserabflusses sowie Baugrundverbesserungen im Bereich der ehemaligen Altlastendeponie „Am Sportplatz“ durch eine geogitterbewehrte Bodenaustauschschicht.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen: Die Bauarbeiten werden mit einer umfassenden Umweltbaubegleitung durchgeführt, die unter anderem den Schutz wertvoller Biotope sicherstellt. Zur Kompensation der Eingriffe in Natur und Landschaft werden folgende Maßnahmen umgesetzt:

    • Errichtung und Unterhaltung eines mobilen Reptilienschutzzaunes
    • Fledermaus- und käferverträgliche Baumfällungen einschließlich Wurzelrodung und Totholzsicherung
    • Teilrückbau, Umbau und Ersatzneubau der Tennisanlage im Deichhinterland
    • Neupflanzung eines gestuften Waldrandes
    • Gewässerökologische Aufwertung eines ufernahen Kleingewässers durch entsprechende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen
    • Herstellung eines geschützten Winterquartiers für Amphibien und Fische

Mit dem Bau wurde im Dezember 2025 begonnen. Die Baumaßnahmen befinden sich im Zeitplan. Die Fertigstellung des Abschnittes ist planmäßig bis Ende September 2027 vorgesehen.

Mit der schrittweisen Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlagen an der Schwarzen Elster setzt das Land Brandenburg den Ausbau des Hochwasserschutzes konsequent fort. Im Stadtgebiet von Herzberg (Elster) wurden die linksseitigen Maßnahmen in den Bauabschnitten 1 und 4 bereits im vergangenen Jahr erfolgreich abgeschlossen.

Die Schwarze Elster zählt zu den größten Nebenflüssen der Elbe in Brandenburg. Sie fließt durch die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster und mündet kurz hinter der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt in die Elbe. Im Zuge der bergbaulichen Entwicklung in der Lausitz wurde der Fluss umfangreich ausgebaut und begradigt sowie auf nahezu seiner gesamten Fließstrecke beidseitig eingedeicht. Um den Hochwasserschutz langfristig zu verbessern, setzt das Land neben der Ertüchtigung bestehender Deiche dort wo dies möglich ist auf Deichrückverlegungen und die Rückgewinnung von Retentionsflächen.